Luchsnachweis Berchtesgaden – Luchs zurück in den Bayerischen Alpen

Luchsnachweis Berchtesgaden

Offizelles Foto aus einer automatischen Wildtierkamera

Luchsnachweis Berchtesgaden: Mit dem durch das Bayerische Landesamt für Umwelt bestätigten Luchsnachweis im Berchtesgadener Land betritt die elegante Raubkatze nun offiziell wieder die bayerische Alpenregion. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ambitionierte Naturschutzprojekte rund um den Luchs in den bayerischen Alpen…

Das endgültige Aus für die bayerische Alpenpopulation kam im 19. Jahrhundert. Durch intensive Jagd war der Wildbestand stark dezimiert. Das bedeutete für den Luchs akute Nahrungsknappheit, er begann Nutztiere zu reißen und wurde zum Nahrungskonkurrenten des Menschen. Vermutlich 1897 wurde der letzte  Luchs in den bayerischen Alpen offiziell erlegt.

Doch seiner Ausrottung zum Trotz wurde nun ein Luchs im Berchtesgardener Land nachgewiesen. Bereits am 2. Dezember 2015 war das Tier in eine Fotofalle zur Wildtierbeobachtung im südwestlichen Landkreis Berchtesgadener Land getappt. Wie nun bekannt wurde, war die Aufnahme bei der routinemäßigen Auswertung der Fotos entdeckt und durch den zuständigen Luchsexperten bewertet worden.

Das Monitoring von Luchsen ist nach bestimmten Kriterien standardisiert, daher gilt die Aufnahme als gesicherter Nachweis. Außerdem stimmt das Fleckenmuster des Luchses , das bei jedem Individuum einzigartig ist, exakt mit einem Tier überein, das bereits im Frühjahr 2015 nicht weit vom jetzigen Aufnahmeort entfernt auf österreichischer Seite von einer automatischen Wildkamera erfasst wurde.

Bislang kommt der Luchs in Bayern nur im ostbayerischen Grenzraum (Bayerischer Wald/Böhmerwald) regelmäßig vor. Im Luchsjahr 2014 wurden offiziell 29 Luchse in Bayern dokumentiert. Diese schließen jedoch grenzüberschreitend lebende Tiere mit ein. Der letzte Neuzugang unter den bayerischen Luchsen war Anfang November 2015 ein Tier, das in der bayerischen Rhön nachgewiesen wurde.Eine kleine Population lebt im österreichischen Nationalpark Kalkalpen, dieser liegt etwa 120 Kilometer vom jetzigen Nachweisort (Luchsnachweis Berchtesgaden) entfernt.

Die Rückkehr der felinen Räuber ist in Bayern nicht unumstritten. So kommt es im Bayerischen Wald seit Jahren zu illegalen Tötungen von Luchsen. Daher hielt erst im Oktober 2015 hielt der langjährige Wildtierexperte Ulrich Wotschikowsky zur Einleitung der Podiumsdiskussion „Luchstötungen“ im Museum Mensch und Natur ein flammendes Plädoyer für die Rückkehr der Luchse in die bayerischen Wälder. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Die Gregor Louisoder Umweltstiftung arbeitet mit ihrem Projekt Bayern wild intensiv an positiven Perspektiven für den Luchs in Bayern. So finden interessierte Bürger, Behördenvertreter und Journalisten unter www.bayern-wild.de ein umfangreiches Hintergrundangebot zum Luchs in Bayern mit umfangreichen Downloadangeboten. Ein Infopaket Luchs mit dem Farbmagazin Bayern wild und umfassenden Hintergrundinfos zum Luchsschutz in Bayern kann kostenlos angefordert werden. Für Hintergrundinfos  steht unsere Luchsexpertin Stefanie Jaeger (Projektstelle Bayern wild) gerne zur Verfügung.


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