Zwei bayerische Wolfspaare

Wolfspaare - Wolf in BayernIn den letzten Monaten wurden die Wolfsnachweise in Bayern verifiziert. So konnten im Bayerischen Wald und auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr die jeweils zwei Einzelwölfe als Männchen und Weibchen identifiziert werden. Damit gehen die Behörden und auch wir von den ersten beiden bayerischen Wolfspaaren aus – und wir warten gespannt auf die Meldungen über Nachwuchs. Natürlich muss das dieses Jahr noch nicht soweit sein, aber die Chancen stehen doch sehr gut.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde wohl der letzte Wolf in Bayern erlegt. Mit der Rückkehr, Etablierung von Revieren und anstehenden Rudelbildung kehrt ein echter Ureinwohner Bayerns zurück. Damit verbunden sind legitime Bedenken und Überlegungen aber auch sinnlose Behauptungen, die gerade den unmittelbar Betroffenen (in der Regel Weidetierhalter) überhaupt nicht weiterhelfen.
Aktuelle Wolfsnachweise in Bayern finden Sie hier.


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Erster Bär im Kanton Bern seit 190 Jahren – Behörden reagieren professionell und kompetent

Bär

Bär im Eriz

Am Freitag, 26. Mai 2017, wurde in der Gemeinde Eriz ein Bär gesichtet und fotografiert. Es ist der erste Nachweis eines wilden Bären im Kanton Bern seit mehr als 190 Jahren.

Der Bär hat sich nach Angaben der Schweizer Behörden bisher völlig unauffällig verhalten. Die Wildhut des Kantons Bern arbeitet daran, die Identität des Bären zu klären, den aktuellen Standort einzugrenzen und im Bedarfsfall konkrete Empfehlungen zu publizieren.

Der Bär von Eriz ist der erste wilde Bär, der im Kanton Bern seit mehr als 190 Jahren gesichtet wurde. Die letzte historisch belegte Sichtung war 1823 im Saanenland. «Das Wappentier ist in den Kanton Bern zurückgekehrt – das ist ein historischer Moment», sagt Jagdinspektor Niklaus Blatter, der aber auch von einer Herausforderung spricht. «Wir werden die Situation genau beobachten und so viele Fakten zusammentragen wie möglich.» Er hoffe, dass sich der Bär von Eriz so unauffällig verhalte wie jener aus dem Kanton Uri.

2016: Bären in Graubünden, Schwyz und Uri

Seit 2005 wandern immer wieder Braunbären aus dem italienischen Nationalpark im Trentino in die Schweiz ein und stossen dabei immer weiter nach Norden vor. 2016 wurde der Kanton Graubünden vermutlich von drei Bären besucht. Der bereits im Februar im Val Müstair aufgetauchte M32 wanderte anschliessend ins Unterengadin. Dort wurde er bei einem Zusammenstoss mit einem Zug tödlich verletzt. Ein zweiter Bär machte sich im April im Oberengadin, beziehungsweise im Puschlav bemerkbar. Ein dritter Bär wanderte Ende April via Rheinwald nach Thusis. Es dürfte sich dabei um das gleiche Individuum handeln, das sich anschliessend über Trun in die Innerschweiz verschob. Er wurde im Hoch Ybrig (Kanton Schwyz) und bis im Spätherbst im Kanton Uri wiederholt registriert. Der «Urner Bär» hat in den letzten zwei Jahren auf Schweizer Boden gezeigt, wie unauffällig sich ein Bär in unserer dicht besiedelten Landschaft bewegen kann.

Ein Mann aus der Region hat am Freitag, 26. Mai 2017, in der Gemeinde Eriz einen Bären gesehen und fotografiert. Es handelt sich wahrscheinlich um einen jungen männlichen Bären, der in kurzer Zeit grosse Distanzen zurücklegen kann. Es ist daher unklar, ob sich der Bär weiterhin in der Region aufhält. Ebenfalls ist offen, ob es sich um den Bären handelt, der im vergangenen Jahr mehrfach im Kanton Uri gesichtet wurde.

Presseinfo CH/CO


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Erfahrungsbericht Einsatz Herdenschutzhunde und Rinder in Bayern

Herdenschutzhunde

Annäherung und Kontakt zwischen Herdenschutzhund und Rind – ein langer Weg, (Foto: C. Homburg)

Eigene Erfahrungen in Sachen Herdenschutz sind bei uns in Bayern noch selten. Bislang gab es nur seltene, wenige Anlässe sich akut mit den Thema als Nutztierhalter zu befassen. Es waren einzelne Wolfsmeldungen in den letzten Jahren und wenige Risse, die tatsächlich auf die Tat eines Wolfes schließen liesen.
Der Wolf ist zurück in Bayern. Zwei Wölfe streifen gemeinsam durch den Bayerischen Wald. Mindestens ein Tier ist auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr seßhaft geworden. Hinzu kommen Einzeltiere, die immer wieder (und überall!) auftauchen können.

Auch in Bayern gibt es ein paar Nutztierhalter, die sich zum Teil seit Jahren mit den Möglichkeiten des Herdenschutzes auseinandersetzen. Ihnen ist bewusst, dass die Wölfe nach Bayern zurückkehren werden und möchten ihre Tiere bestmöglich schützen. Und dies ist ohne Erfahrung und Vorbereitung kaum möglich.

Letztes Jahr besuchte ich Chris Homburg im Norden von Bayern. Sie hält Hinterwälder Rinder. Seit 2016 gewöhnt sie zwei Kangals an ihre Herde. Tatsächlich ist bei den hunde-ungewohnten Rinder der Annäherungsprozess an ihre Aufpasser langwieriger als umgekehrt. Und auch die jungen Hunde müssen in ihre Rolle als Herdenschutzhunde hineinwachsen.

Auf der Seite des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V. berichtet Chris Homburg von ihren Erfahrungen und dem Stand der Dinge ihres Projektes. Ein wunderbarer Ansatz, der sicherlich früher oder später auch anderen Nutztier-/Rinderhaltern helfen wird. Solche Projekte und vorallem öffentlich für alle zugängliche Berichte sollte es mehr geben!

Hier nun ein Auszug aus dem neuen Bericht Herdenschutzhunde und Rinder von Chris Homburg (Ausführlicher Bericht hier)

Der aktuelle Stand sieht sehr gut aus – Rinder und Hunde finden immer mehr zusammen, die Wohlfühldistanz der Rinder, in der sie die Hunde akzeptieren, nimmt immer mehr ab und es finden schon regelmäßig freundliche soziale Interaktionen zwischen den Tierarten statt, die endlich auch mal von den Rindern ausgehen, bisher waren immer allein die Hunde die Initiatoren.  Auch in Sachen Herdenschutz stehen wir auf altersentsprechendem Niveau bereits gut da.

Das gegenseitige Belecken ist bei Rindern ein wichtiges Element im Sozialverhalten und gehört zu den wenigen Aktionen, bei denen der sonst eingehaltene Individual-Abstand unterschritten wird. Wegen des Beleckens und der Angewohnheit der Rinder alles mit ihrer Zunge zu bearbeiten, aber auch wegen der Hörner tragen die Mc`s mittlerweile keine Halsbänder mehr. Für den Fall, dass man sie mal anleinen muss, haben sich Retrieverleinen mit integriertem Zugstophalsband bewährt, die griffbereit parat hängen.

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Herdenschutzhunde

Geht die Besitzerin den Rindern voran, wenn es auf die Weide geht, nehmen die Herdenschutzhunde eine Position am Ende der Herde ein. (Foto: C. Homburg)

Wenn man mit Herdenschutzhunden anfängt, bekommt man immer wieder den Satz „Die Hunde machen das schon“ zu hören. Je mehr sich dieser Satz mit eigenen Erfahrungen und Beobachtungen füllt, umso stimmiger wird er dann auch. Es ist immer wieder bemerkenswert, was in diesen,  gerade mal 11 Monate jungen Hunden jetzt schon alles an Fähigkeiten drin steckt – neben der enormen Leistung in Sachen Bindungsverhalten bei den Rindern, lassen sich schon sehr viele Herdenschutz-Elemente erkennen, die die Hunde je nach Situation und Lernerfahrungen immer weiter ausbauen und anpassen. Den bisher größten Entwicklungssprung haben die Mc`s dabei unmittelbar nach der Junghund-Unsicherheitsphase mit etwa 6 Monaten abgeliefert, ab da ging mit den Junghunden Vieles, was den Welpen bis dahin schon allein aufgrund der noch mangelnden körperlichen und „mentalen“ Fähigkeiten noch gar nicht möglich war. Grad, weil sie soviel leisten, darf man aber nicht vergessen, dass die Mc`s noch lange nicht fertig mit ihrer körperlichen und mentalen Entwicklung sind und man darf erst Recht nicht vergessen, wie unglaublich anstrengend die lange Integrationszeit bei den Rindern für die Hunde ist, da die Hunde da wirklich kontinuierlich auf Zack sein müssen, um drangsalierenden/übermütigen Rindern rechtzeitig aus dem Weg zu gehen. Kommt da dann noch anstrengende Herdenschutz-Arbeit hinzu, wie Wochenenden mit vielen Fremdhund-Spaziergängern, dichter Nebel mit viel Laufarbeit bei der Geländekontrolle, lustige Krähen, die sich einen Spass daraus machen, die Hunde zu ärgern oder wie  jetzt die noch neuen Ski-Langläufer, die den Hunden auch herdenschutztechnisch einiges abfordern, ist man schnell an einem Punkt, der die Hunde bei aller Leistungsbereitschaft noch überfordern kann.

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Ich jedenfalls bin froh, dass wir den Schritt zum Herdenschutz mit Hunden bei unseren Rindern gewagt haben. Wir dachten ursprünglich, wir hätten sehr frühzeitig damit angefangen und hätten noch viel Zeit, bis es in Sachen Wölfen hier in Oberfranken richtig ernst wird. Aber mittlerweile häufen sich auch in Bayern die Wolfssichtungen und in 50 km Entfernung am TÜP Grafenwöhr scheint sich einiges zu tun, so dass wir wohl tatsächlich grad noch rechtzeitig mit den Hunden angefangen haben, um es den Hunden zu ermöglichen, sich in Ruhe mit den Rindern zu arrangieren und allmähliche, sich steigernde Herdenschutzerfahrungen machen zu können, bis es irgendwann wirklich ernst wird.

Dank McGee und McGyver können wir der weiteren Ausbreitung der Wölfe hier in der Region mittlerweile gelassen entgegen sehen und das ist ein Aspekt, der alles an Arbeit und Zeitaufwand, was wir bisher dafür geleistet haben, um ein Mehrfaches aufwiegt.


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Neues aus dem Fotofallenprojekt Luchs

Fotofallenprojekt Luchs

Projekt Bayern Wild, GLUS

Fotofallenprojekt Luchs: Seit September vergangenen Jahres stehen Wildtierkameras an 12 Standorten im Projektgebiet zwischen Bayerischer Grenze und Leogang/Saalfelden in Österreich. Ziel ist es den bekannten Luchskuder Alus nachzuweisen und Mutmaßungen über weitere Luchse zu verifizieren. Nun ziehen die Projektpartner Zwischenbilanz.
Seit Projektstart im September 2016 wurden die Fotofallen drei Mal kontrolliert. Der Luchs Alus konnte dabei an vier von zwölf Standorten im Bereich Unken nachgewiesen werden. Damit ist klar: der Kuder ist hier sesshaft geworden. Er wanderte 2015 in die Region Berchtesgadener Land – Pinzgau aus dem italienischen Friaul ein.
Auch in der Ranzzeit blieb er hier in der Region. Kuder können in dieser Zeit auch weite Kreise ziehen auf der Suche nach einer Partnerin. Alus scheint hier nach wie vor alleine zu sein.
Insgesamt konnten von September 2016 bis April 2017 24 Aufnahmen des Luchses auf den Projektflächen der Saalforste und der Österreichischen Bundesforste gemacht werden. Ein weiterer Luchs konnte bislang nicht abgelichtet werden


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Bayerischer Jagdverband: Positionspapier zu Luchs und Wolf vorgestellt

Luchs und Wolf galten viele Jahrzehnte in Bayern und Deutschland als ausgestorben. Begründet durch eine Auswilderung vor rund 30 Jahren ist der Luchs in Bayern wieder heimisch geworden. Seit rund 12 Jahren dringt der Wolf durch natürliche Zuwanderung auf verschiedenen Routen nach Deutschland. Auch in Bayern werden immer häufiger EinzeltiFelines Immundefizienz Virus Luchs - Positionspapier zu Luchs und Wolfere gesichtet. Der Bayerische Jagdverband veranstaltete zusammen mit seiner Naturschutzstiftung, der Wildland-Stiftung Bayern, und der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur am 6./7.4. ein internationales Symposium „Große Beutegreifer“. Fachreferenten beleuchteten die aktuellen Situationen der beiden Tierarten wie Ansiedelung, Wanderverhalten, Nahrungsverhalten und insbesondere den Umgang mit Konflikten und bringen Erfahrungen auch aus den Nachbarländern ein. Diese hervorragende Arbeit des BJV zu diesem Thema begrüssen wir sehr.

Anlässlich des Symposiums veröffentlichte der BJV auch ein Grundsatzpapier „Große Beutegreifer“.  Neben vielen unstrittigen und pointiert formulierten Punkten enthält es insbesondere zum Luchs auch Passagen, die aus Sicht des Naturschutzes intensiv diskutiert und zu denen eigene fachlich fundierte Stellungnahmen veröffentlicht werden müssen.  Wir werden es also in den nächsten Wochen unter diesen Aspekten gründlich durcharbeiten.

Claus Obermeier

Weitere Infos / Grundsatzpapier


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Erstes Wolfspaar in Bayern nachgewiesen

Wolfspaar

Zwei Wölfe konnten gemeinsam auf einer Fotofalle im Nationalpark Bayerischer Wald dokumentiert werden (Foto: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)

Natürlich wurde es schon seit Wochen vermutet, nun haben aber die genetischen Analysen es auch bestätigt: durch den Bayerischen Wald zieht ein Wolfspaar. Damit ist das erste Rudel absehbar.

Die Rückkehr der Wölfe nach Bayern ist bekannter Weise nicht von allen gerne gesehen. Gerade für Nutztierhalter wird dies eine Umstellung sein. In vielen Bereichen – von Herdenschutz bis Präventionszahlungen – besteht Nachholbedarf.

http://www.lfu.bayern.de/presse/pm_detail.htm?ID=754


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Der zurückgekehrte Wolf

Der zurückgekehrte Wolf

Zwei Wölfe konnten gemeinsam mit einer Fotofalle im Nationalpark Bayerischer Wald dokumentiert werden (Foto: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)

Seit einigen Wochen ist klar: es ziehen nicht mehr nur einzelne Wölfe durch das Land, mindestens zwei haben sich niedergelassen, einer davon auch einen Partner gefunden. (Monitoring Wolf Landesamt für Umwelt)

Und schon schlagen die (politischen) Wogen hoch. Was seit Jahren, gar Jahrzehnten absehbar war, scheint jetzt bei manchem doch Erstaunen hervorzurufen. Bayern ist umzingelt von Wolfvorkommen: Italien, Österreich (Niederösterreich), Tschechien, Sachsen… Quasi aus allen Richtungen kann der Wolf zurückkommen. Und er tut es auch.

Jüngst, mit Bekanntwerden des Wolfpaares (m, ?) im Bayerischen Wald, brachten alle (!) Landtagsfraktionen Eilanträge im Umweltausschuss des Bayerischen Landtages ein. Dringlichkeitsanträgen finden Sie hier. Stattgegeben wurden den Anträgen der CSU und der FW. Weiteres wird nun diskutiert. Sinnvoll und überfällig ist die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Herdenschutz. Reine Augenwischerei ist die Forderung nach Herabsetzung des Schutzstatus. Sicherlich kann man dies fordern, jedoch unterliegt dem Wolf diversen Schutzbestimmungen, u.a. FFH Richtlinien und damit EU-Recht. Dieses zu ändern dürfte wohl nicht in naher Zukunft möglich sein. Viel wichtiger und dringlicher ist die Prävention vor Übergriffen auf Nutztiere voranzutreiben. Was sind Minimalanforderungen, wie wird hier finanziell unterstützt…? Gefordert wurde „schnellstmöglich Fördermöglichkeiten für Präventionsmaßnahmen zu prüfen“. Die Prüfung allein reicht nicht aus. Daraus muss unmittelbar eine Umsetzung und Festlegung der Förderung hervorgehen.

Nicht zuletzt schlägt jetzt die Bayerische Staatszeitung in die Kerbe: Wolfsabschuss in Bayern Ja oder Nein? Es ist das Recht eines jeden, sich hier zu äußern und abzustimmen. Nur: bringen wird es nichts. Es ist kein Volksbeschluss ob er im Allgemeinen geschossen werden soll oder nicht, ob der Wolf bei uns leben kann oder nicht. Die Meldungen der letzten Jahre zeigen: er kann, will und wird. Nun gilt es vielmehr dies bestmöglich zu begleiten.

 


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Luchs Alus streift noch immer durchs Revier

Luchs Alus

Projekt Bayern Wild, GLUS

Neues aus unserem Projekt Fotofallenmonitoring Luchs im Pinzgau. Wiederholt konnten wir Alus aufnehmen! Drei Ablichtungen sind diesmal gelungen. Es scheint so, als fühle er sich hier wohl.

 

 

Alle paar Monate werden die Fotofallenstandorte des Projektes kontrolliert. Wie bereits beim ersten Durchgang, konnte auch diesmal wieder der Luchs Alus abgelichtet werden, diesmal sogar an drei Standorten. Die Aufnahmen wurden in den Monaten November und Dezember 2016 gemacht.

Bei den Fotofallenkontrollen werden nicht nur die Bilder ausgelesen, sondern auch die Funktion der Kameras überprüft. Die professionellen Geräte ermöglichen eine lange Laufzeit, aber gerade im Winter sind die Bedingungen auch für die Technik eine Herausforderung. „Unsere Auftragnehmerin ist für alle Eventualitäten ausgerüstet, hat neue Speicherkarten, Batterien und Kameras bei ihren Kontrollen der Standorte dabei“, weiß Stefanie Morbach, Projektleiterin bei der Gregor Louisoder Umweltstiftung. Die Kontrollen sind im Winter in diesem Gelände nicht ohne weiteres möglich. „Wegen starkem Schneefall mussten wir diesmal die Kontrollen auf zwei Einsätze Anfang Januar und Anfang Februar verteilen. Daher können wir auch jetzt erst ein endgültiges Ergebnis, drei erneut geglückte Aufnahmen von Alus, melden“, erklärt Morbach. Ein weiterer Luchs wurde nicht aufgenommen. Viele weitere Wildtiere wie Fuchs, Reh- und Rotwild und Gämsen wurden ebenfalls fotografiert.


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Zwei Wölfe durchstreifen gemeinsam den Bayerischen Wald

Wölfe

Zwei Wölfe konnten gemeinsam auf einer Fotofalle im Nationalpark Bayerischer Wald dokumentiert werden (Foto: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)

Mit der Pressemitteilung vom 1.2.2017 machte das Landesamt für Umwelt bekannt, was schon vermutet wurde: zwei Wölfe durchstreifen den Bayerischen Wald – gemeinsam, wie ein dazu veröffentlichtes Fotofallen-Bild des dortigen Nationalparks zeigt.

Handelt es sich bei den beiden Tieren um Männlein und Weiblein wird der erste Nachwuchs und damit das erste bayerische Wolfsrudel nicht lange auf sich warten lassen.

Dringlichkeitsanträge zum Umgang mit dem Wolf (Management, Herdenschutz) aller Landtagsfraktionen werden heute im Umweltausschuss des Bayerischen Landtages verhandelt. In Kürze werden wir dazu einen ausführlichen Blogbeitrag veröffentlichen.


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Der Wolf in den Medien

Wolf„Der Wolf ist der Moslem unter den Tieren“, hieß es in einem satirisch gemeinten Radiobeitrag aus dem Jahr 2015. Man kann Satire immer einiges vorwerfen. Sachverhalte nicht knackig und überspitzt, dafür aber schnell auf den Punkt zu bringen, gehört in diesem Fall aber nicht dazu.
Der Autor nahm damals die mediale Berichterstattung mit ihrer an Hysterie grenzenden Stimmungsmache, gegen die in unsere Wälder zurückgekehrten Wölfe aufs Korn.
Knapp zwei Jahre ist dies nun her. Hat sich seitdem irgendetwas an der Art der Berichterstattung geändert?
Ganz im Gegenteil. Reißen Wölfe Nutztiere, zum Beispiel Lämmer, ist schnell von einem „Massaker“ die Rede. Von „Mord auf der Weide“ und „Blutbad“. Dass diese Lämmer für die baldige Schlachtung und Verzehr menschlicherseits vorgesehen waren, steht an dieser Stelle übrigens nicht.
Ein passendes Foto, meist des immer gleichen Wolfs aus einer Bilddatenbank ist schneller dazu platziert als ein Sachverständiger sich die „Opfer“ überhaupt anschauen kann. Ergeben Gentest dann später, dass die „Taten“ durch wildernde Hunde und nicht durch Wölfe begangen wurden, kann der Wolf nicht immer mit einer Richtigstellung in einer der großen Tageszeitungen rechnen.
Um eines klar zu stellen, Wölfe sind keine Kuscheltiere. Sie reißen Lämmer, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Herdenschutzmaßnahmen sind dringend angeraten! Doch wie diese Maßnahmen, die so notwendig sind, in einer emotional stark aufgeheizten Stimmung sachlich diskutiert werden sollen, steht auf einem anderen Blatt.
Angst schürende Berichterstattungen in den Medien über den Untergang des Abendlandes, Verzeihung der Weidehaltung, konterkarieren jegliche Bemühungen um eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema, bringen aber Auflage. Es ist daher an der Zeit, dass sich Redakteure wieder ihrer Verantwortung für eine ausgewogene, sachliche Berichterstattung bewusst werden.
Denn nur wenige Leser sind Wolfsberater oder Landwirt. Für die meisten Menschen ist die Diskussion über ein Zusammenleben mit Wölfen ziemlich weit weg von ihrem Alltag. Sie sind auf Informationen angewiesen, nicht auf Panikmache. Diese bekommen wir alle ohnehin schon reichlich und völlig ungefragt zu einem anderen Thema fast täglich frei Haus.

Weiterführende Links: Infopaket über Wölfe


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